Die SIGA e. V. & Projekte

Die Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit e. V. (SIGA) ist das Ergebnis eines Arbeitskreises, der sich in den Konsultationsprozess über ein gemeinsames Wort der Evangelischen und Katholischen Kirchen Deutschlands zur sozialen und wirtschaftlichen Lage im wiedervereinten Deutschland 1995 eingeschaltet hatte. Die Vereinsgründung erfolgte im Spätherbst 1996 mit folgenden Satzungszielen:

"Zweck des Vereins ist die beratende und unterstützende Betreuung von Arbeitslosen, sowie die Unterstützung bei und Durchführung von Arbeits-, Beschäftigungs-, und Qualifizierungsprojekten für Arbeitslose, für Langzeitsarbeitslose, insbesondere arbeitslose Schwerbehinderte und Sozialhilfeempfänger mit dem Ziel der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben."

Unsere Gesellschaft hat sich inzwischen an die Dauerarbeitslosigkeit von jetzt über 4.000.000 Arbeitslosen gewöhnt und nimmt sie hin wie eine unheilbar chronische Krankheit. Die Höhe der Zahl hat sich längst zu einer existenzbedrohenden Realität entwickelt und führt zur Zerstörung unserer als unveränderlich angenommenen Sozialsysteme. Dazu kommen die Einzelschicksale, die nur zu häufig bei der erfolglosen Gesundbeterei völlig aus den Augen verloren gehen.

Die Liste der Ursachen ist lang und es soll gar nicht erst der Versuch unternommen werden, sie aufzulisten. Eine Aussage allerdings erscheint mir in ihrer regsinativen Haltung besoners schlimm: "Da kann man nichts machen, da müssen wir uns dran gewöhnen!" Wer diese Aussage macht, hat natürlich recht, weil er keine Energie und keine Phantasie aufwendet, um etwas an dieser Misere zu ändern.

Wenn diese Gesellschaft eine wirtschaftliche und menschenwürdige Zukunft haben will, muss sie Strategien entwerfen, die die Verantwortung des Einzelnen für das eigene Wohl stärkt. Gleichzeitig muss von mündigen Bürgern erwartet werden, dass sie sich aus wohlverstandenem Eigeninteresse um das Gemeinwohl kümmern. Und das ist derzeit verbesserungswürdig.

Unsere Gesellschaft erlaubt sich den unfassbaren Luxus, unsere Zukunft auf dreierlei Weise zu untergraben.

Erstens reichen die dramatisch zurückgehenden Geburtenzahlen reichen schon aus, allen Verantwortlichen (dazu zählen wir alle) den Schlaf zu rauben.

Um den Zustand noch die Krone aufzusetzen, leisten wir uns zweitens eine hohe Anzahl von Jugendlichen ohne Schulabschluss und damit einen ständigen Nachschub für das Heer der Arbeitslosen - Menschen ohne Lebensperspektive.

Und drittens werden ungeniert Schätze an Kompetenz und Lebenserfahrung aufs Altenteil geschoben. Menschen jenseits der 50 scheinen in dieser Gesellschaft von keinem wirtschaftlichen Wert mehr zu sein, sie sind nur noch ein Kostenfaktor, bestenfalls noch als Konsument interessant. Eine Gesellschaft, die mit den Ressourcen Kinder, Jugend und arbeitsfähigen Jungsenioren so sträflich umgeht, steuert in eine wenig humane Zukunft.

Wenn jetz u. a. die Forderung erhoben wird, dass die Erziehungszeit von drei Jahren für Mütter zu lang sei, dann werden damit die Befürchtungen von verstärkt. Die katholische Sozillehre fordert, dass die Wirtschaft menschengerecht und nicht der Mensch wirtschaftsgerecht zu formen ist, derzeit geht die Entwicklung in die verkehrte Richtung.

Eine rühmliche Ausnahme bildet Schaumburg, das sich der Herausforderung bewusst ist und sie zielstrebig anpackt. Die SIGA als Verein in Schaumburg versteht sich als winziges Mosaiksteinchen mit dem Schwerpunkt Tun und Handeln, nicht reden.

Wir leisten einen bescheidenen Beitrag für das Gemeinwohl und freuen uns über jeden, der uns unterstützt.

Die SIGA e. V. mit 265 Mitgliedern - ein wahrhaft starkes Stück Gesellschaft!

 

Rudolf Krewer
-Vorsitzender-

 


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